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UniDorf - Lehrformat und Impulsgeber vor Ort

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Einleitung


"Auf der einen Seite bringen die Studierenden ihre Ideen mit, sie gehen in die Dörfer und Kleinstädte hier in der Region und lernen gleichzeitig wie ein Dorf - eine Kleinstadt - funktioniert."
(Prof. Dr. Peter Dehne)


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Von 2010 bis 2025 fanden 19 UniDörfer in 17 verschiedenen Orten Mecklenburg-Vorpommerns statt. Studierende der Hochschule Neubrandenburg haben jeweils eine Woche vor Ort in den Dörfern und Kleinstädten in Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren gelernt, geforscht und Impulse gegeben. Nach 15 Jahren soll ein Rückblick auf die UniDörfer die Möglichkeit eröffnen, Idee und Ansatz der UniDörfer weiterzutragen, neue Anwendungsfelder zu erschließen und das Konzept weiterzuentwickeln.
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Was sind UniDörfer?

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Prof. Dr. Peter Dehne (Hochschule Neubrandenburg)

UniDorf bedeutet, mit der Hochschule vor Ort, in die Lebenswelten, in die Quartiere, Dörfer und Kleinstädte einzutauchen und dabei gegenseitige Lernprozesse zu initiieren und einen bedarfsgerechten Wissenstransfer zu befördern. Es schlägt die Brücke zwischen Lehre, Forschung und den Aufgabenstellungen der Regionalentwicklung. Dies gelingt, indem praktische Handlungsfelder zum Gegenstand von Lehre und Forschung werden. Als praktikables Format werden studentische Praxis-Seminare eine Woche in ein Dorf oder eine Kleinstadt unter gemeinsamer Anleitung und Begleitung zwischen Hochschuldozenten und den lokalen Akteuren verlegt.

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Die Hochschule Neubrandenburg war zwischen 2010 und 2025 mit insgesamt 19 UniDörfer in 17 verschiedenen Orten Mecklenburg-Vorpommerns zu Gast.

Erfahre mehr über die Themen und Ergebnisse der einzelnen UniDörfer durch klicken auf die Ortschaften.
(Oben rechts kann die Karte vergrößert werden)


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Bürgermeister Lassan, Fred Gransow - Bürgermeister Userin, Axel Malonek - Bürgermeister Zinzow, Dr. Holger Vogel - Bürgermeister Krien, Mike Stegemann - Bürgermeisterin Penkun, Antje Zibell

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© Stadtrederei (2025): Gemeinsam wirken und Stadt wandeln - vor Ort. Online verfügbar unter  https://stadtrederei.podigee.io/47-neue-episode

Interviewausschnitte aus dem Podcast Stadtrederei
#39 Gemeinsam wirken und Stadt wandeln - vor Ort.

Philip macht deutlich, warum Theorie mit praktischen Erfahrungen verknüpft werden sollte und warum es einen Unterschied macht, tatsächlich in die Lebenswelt vor Ort einzutauchen.

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UniDorf als Konzept

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Der Ansatz UniDorf wurde 2009 gemeinsam von dem damaligen Landkreis Ostvorpommern, der Hochschule Neubrandenburg und der Universität Greifswald in dem Projekt „Bildungswerkstatt Ostvorpommern“ im Rahmen der Bundesinitiative „Lernen vor Ort“ entwickelt. Das Modellvorhaben wurde vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) finanziert.

Ein Vorbild für diesen Ansatz ist ein pädagogisches Konzept der Regionalentwicklung, das von der Hochschule Van Hall Larenstein in den Niederlanden entwickelt und im Jahr 2004 erstmalig in der ländlich geprägten Provinz Drenthe erprobt wurde. Die Idee von „de Werkplaats“ ist es, die Möglichkeiten der Hochschulen gezielt auf die Herausforderungen ländlicher Regionen zu richten.

Im Rahmen des kommunalen Bildungsmanagements wurden dann zwischen 2010 und 2016 acht UniDörfer in sieben Gemeinden des Landkreises Vorpommern-Greifswald durchgeführt. Die Universität Greifswald war an den ersten drei UniDörfern durch eine Begleitstudie beteiligt.

Von 2017 bis 2024 war das UniDorf ein Format des FORUMS Ländliche Entwicklung und Demografie Mecklenburg-Vorpommern. Im Rahmen des FORUMS konnten zehn UniDörfer in neun Gemeinden der Landkreise Vorpommern-Greifwald, Mecklenburgische Seenplatte und Westmecklenburg durchgeführt werden.

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Konzept UniDorf

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UniDorf ist eine Form von Service Learning (Lernen durch Engagement).
Service Learning ist eine erfahrungsorientierte Lern- und Lehrmethode, bei der die Lernenden auf einen realen Bedarf oder ein reales Problem in der Gesellschaft reagieren. Beim UniDorf geht es konkret darum, Vorlesungs-/Seminarinhalte außerhalb des Hörsaals praktisch und vor Ort zu erlernen und zu verstehen bzw. erlernte Kenntnisse außerhalb des Hörsaals in der Praxis anzuwenden. Dazu wird der Unterricht für mehrere Tage in entsprechende Quartiere, Kleinstädte oder Dörfer verlegt. Es ist eine Kooperation zwischen ländlichen Gemeinden oder Kleinstädten und Hochschulen. Im Rahmen von Seminaren oder Projekten sind Studierende mit Lehrenden und den lokalen Verantwortlichen mehrere Tage in einem Ort unterwegs und erkunden im Gespräch mit den Ansässigen die dortigen Potenziale und Problemstellungen. Die Studierenden engagieren sich in diesem Zusammenhang, indem sie Impulse geben und ihren Praxispartnern helfen. Ein sekundäres Ziel ist, Studierenden zum einen Berührungspunkte mit den Lebensrealitäten in ländlichen Räumen zu geben und zum anderen ländliche Räume als Forschungs- und Wirkungsfeld aufzuzeigen.

Zur „Dritten Mission“ von Hochschulen gehört auch Wissenstransfer.
Indem Wissen aus der Hochschule in der Region nachhaltig eingebracht wird, können wissensbasierte Regionalentwicklung sowie interaktive und interdisziplinäre Lernprozesse initiiert werden. Im Rahmen des UniDorfes kann die Hochschule Prozessbegleitung, Moderation und Beratung anbieten. UniDorf ist somit ein Lern- und Entwicklungsprozess, der durch Impulse der Hochschulen gezielt initiiert und von den lokalen sowie regionalen Akteuren weiterentwickelt wird. So kann das UniDorf zu einem Instrument der Regionalentwicklung werden, welches wichtige Wissensressourcen bereitstellt oder schafft sowie spezifische Methoden des praxisorientierten und kooperativen Lernens für lokale und regionale Innovationsprozesse bereitstellt.

Zusätzlich fließt Erfahrungswissen aus der Praxis zurück in die Hochschule und fördert eine partizipative Forschung. Aus der Kooperation während des UniDorfs können weitere Zusammenarbeiten zwischen Hochschule und lokalen Akteuren wie z. B. studentische (Abschluss-)Arbeiten, Forschungsprojekte oder Weiterbildungsangebote entstehen.

Wichtige Bestandteile sind demnach:
  • Engagement für gesellschaftlich relevante Bedarfe
  • Praxis- und erfahrungsorientiertes Lernen
  • Partizipative Methoden
  • interdisziplinäre Herangehensweise
  • Impulse für lokale Entwicklungsprozesse
  • Reflexion der Praxiserfahrungen (engagementbezogen und inhaltlich)
  • ländliche Räume als Forschungs- und Wirkungsfeld



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Vorbereitung in der Hochschule
Recherchen und Organisation

Bestandsaufnahme

Potenziale und Problemstellungen erkunden

Auswertung
Ideen und Leitbilder entwickeln

Präsentation
Wissenstransfer und Beteiligung

Rahmenprogramm
Exkursionen und Fachvorträge

Nachbereitung
Aufbereitung der Ergebnisse und Reflexion
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Studierende und Dozierende führen zunächst eigene Erhebungen und Analysen im Ort oder der Region durch. Allein diese Daten können eine gute Grundlage für weitere Maßnahmen vor Ort bilden. Ein weiterer Bestandteil eines UniDorfes kann ein Beteiligungsformat mit externer Moderation durch die Studierenden sein (z.B. Veranstaltungen wie Zukunftswerkstätten oder Worldcafés) und kostet im Vergleich zu vielen anderen lokalen Planungs- und Beteiligungsprozessen (z.B. lokale Agenda, Integrierte ländliche Entwicklungskonzepte etc.) deutlich weniger, da den größten Kostenanteil die Arbeitsstunden ausmachen. Bei einem UniDorf müssen die Arbeitsstunden der Studierenden und Dozierenden bzw. der lokalen Partner nicht direkt bezahlt werden.
Anfallende Kosten sind also: Übernachtungskosten für Studierende und Dozierende (Unterkunft wird meist von der Gemeinde gestellt: z.B. Gemeindehaus oder Zeltfläche), Fahrtgelder, Büromaterialien und ggf. Honorargelder für externe ReferentInnen. Konkret fallen im Durchschnitt Kosten zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro UniDorf an.
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Bisher wurden die UniDörfer der Hochschule Neubrandenburg im Studiengang Naturschutz und Landnutzungsplanung sowie Landschaftsarchitektur angeboten.

Die ersten UniDörfer wurden im Rahmen des kommunalen Bildungsmanagements in Kooperation mit der Universität Greifswald durchgeführt und hatten vor allem die Orte als Schulstandort im Fokus. Themen waren Kinder- und Jugendbeteiligung sowie familienfreundliche Strukturen in den Orten und sie wurden in Kooperation mit den örtlichen Grundschulen durchgeführt. Ein UniDorf wurde dabei interdisziplinär mit Lehramtsstudierenden der Universität Greifswald durchgeführt. So konnten zukünftige LehrerInnen mit den Aufgaben und Strukturen dörflicher Grundschulen vertraut gemacht werden. 

Im Studiengang Naturschutz und Landnutzungsplanung fand das UniDorf im Rahmen des Wahlpflichtmoduls  Stadt- und Dorfentwicklung Anwendung und hatte vor allem Themen wie Flächenentwicklung, Angebote der Daseinsvorsorge und Beteiligungsformate in der Planung im Fokus.

Auch im Wahlpflichtmodul Tourismus fanden UniDörfer statt, in denen Konzepte zur touristischen Entwicklung erarbeitet wurden. 

In einer internationalen Summerschool konnte die Stadtentwicklung mit 60 Studierenden aus Bulgarien, Finnland, Polen, Rumänien und Deutschland unter soziodemografischen Transformationsprozessen in den Blick genommen werden.   


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Was bleibt?

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  • Durch das UniDorf Ducherow ist ein Kinder- und Jugendbeirat gegründet worden.
  • Ein Entwurf zu einem "Grünen Klassenzimmer" im UniDorf Krien wurde umgesetzt.
  • Forschungs-Kooperation mit der Hochschule: Nach dem UniDorf Loitz, hat sich die Kleinstadt um den Titel "Zukunftsstadt" beworben. Insgesamt umfasste der Prozess drei Phasen: Entwicklung einer gemeinsamen Vision, Planung und Umsetzung der Einzelvorhaben. Das wurde von der Hochschule  wissenschaftlich und beratend begleitet.

  • Im UniDorf Penkun wurde die Markplatzgestaltung thematisiert. Durch den Blick von Außen wurde es als relevantes Thema in der Stadtvertretung anerkannt. Seit dem UniDorf wird an verschiedenen Themen in Arbeitsgruppen weitergearbeitet. 

  • Empfehlungen zur Erhaltung oder touristischen Erschließung im UniDorf Lassan wurden umgesetzt. 

  • Anregung von Kommunikation in der Ortschaft: Dorfzeitung, Gesprächskultur im Ort, Beteiligung und Aktivierung von "stillen" Personen(-gruppen)
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Das UniDorf ist ein vergleichsweise kurzer, studentischer Impuls. Es werden keine Projekte entwickelt, die dann bis zur Umsetzung begleitet werden. Es dient in erster Linie der Lehre und nicht vorrangig zur Bearbeitung konkreter Aufgabenstellungen durch die beteiligten Gemeinden/Akteure. Es kann also insofern keine umsetzungsreifen Lösungen bieten, sondern es kann einen unverstellten Blick von außen bieten, neue Impulse geben und Möglichkeiten aufzeigen. Im Gegensatz zu anderen Formaten, in denen die Begleitung über längere Zeit andauert, wird beim UniDorf innerhalb kurzer Zeit sehr intensiv in Themen und Orte eingetaucht und ein Entwurf erarbeitet. Der Aufwand für die beteiligten Akteure hält sich relativ gering und bietet hier einen Vorteil. Auf der anderen Seite müssen die Akteure vor Ort selbst in der Lage sein an den Impulsen weiterzuarbeiten, was bei einer längeren Begleitung dagegen von den Studierenden und Lehrenden übernommen oder immer wieder angeregt werden könnte.  Die wegbleibende Begleitung zur Verstetigung der Impulse wurde nach einigen UniDörfern kritisiert.  

Bei Beteiligten vor Ort besteht daher die Gefahr, dass die Ideen der Studierenden als folgeloses Intermezzo wahrgenommen werden könnten oder gar unrealistische Erwartungen geweckt werden. Dieser Wirkungen sollten sich die Beteiligten vorher bewusst sein um dann eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln.
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Fazit und Ausblick

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Ein UniDorf kann mit wenig Aufwand durchgeführt werden, soll es jedoch nachhaltig erfolgreich als Lernprozess in den Gemeinden sowie bei den Studierenden und Dozierenden wirken, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
  1. Das UniDorf muss vor Ort gewollt sein!
    Ein UniDorf kann nur dort durchgeführt werden, wo es von der Gemeindespitze (BürgermeisterIn/Gemeindevertretung) und dem jeweiligen thematischen Ansprechpartner (z.B. Schule, Unternehmen) gewollt ist und organisatorisch, inhaltlich und emotional unterstützt wird. 
  2. UniDorf mit engagierten Studierenden und Dozierenden!
    Das gleiche Engagement muss den Studierenden und den Dozierenden abverlangt werden. Die sehr intensive Arbeitszeit geht deutlich über die Belastungen des normalen seminaristischen Alltages hinaus. 
  3. Es muss ein konkretes Thema geben, das am besten auch schon angedacht ist!
    Die Themenwahl muss aus dem Ort heraus formuliert werden. Der Wille, die Idee, das benannte Problem mit Hilfe eines UniDorfs bearbeiten zu wollen, muss ebenfalls aus dem Ort heraus formuliert werden. 
  4. Das UniDorf muss als Katalysator wirken können und angenommen werden!
     Es muss einen oder mehrere Promotoren und Motoren des Projektes im Ort geben, die auch eine Fortführung und Umsetzung der Ergebnisse garantieren. Das kann z.B. die Bürgermeisterin/der Bürgermeister sein. Als Lerneffekt der vorliegenden UniDorf-Erfahrungen ist dies einer der wichtigsten Kriterien für erfolgreich initiierte Lernprozesse in ländlichen Gemeinden. 
  5. Es braucht eine gute Vorbereitung und Einbettung in das Curriculum! 
    Die inhaltliche (Themen- und Ortsauswahl, frühzeitige Einbindung der wichtigsten lokalen Partner, Vorbereitung der „Nachsorge“) und organisatorische (Terminsicherung, Fahrten, Exkursionsprogramme, Übernachtungslogistik, Finanzierung) Vorbereitungszeit beträgt circa sechs Monate, abhängig von der formalen Art und Einbettung in den Lehrplan über ein Regelseminar, Blockseminar, Projekt, Summerschool etc..
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Das UniDorf-Format kann auch auf andere Anwendungsfelder und in anderen Fachdisziplinen angewandt werden. Beispiele hierfür können sein:

  • (Landschafts-/Innen-)Architektur und Denkmalschutz
    z.B. Entwicklung / Umnutzung von Gebäuden und Flächen
  • Gesundheitsversorgung und Pflege
    z.B. Angebote und Bedarfe analysieren
  • Soziale Arbeit, Bildung
    z.B. Beteiligung, Angebote und Bedarfe
  • Nachhaltige (Land-)Wirtschaft
    z.B. regionale Wertschöpfungsketten
  • ... 



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landuni (TU Wien):
Fester Standort, Reaktivierung von Leerstand als Bildungsstätte und Herberge der Fakultät Raumordnung und Architektur, TU Wien

Uni Vor Ort (UvO) (Uni Greifswald):
Kooperation über 4 Jahre mit einer Gemeinde für Praxis-Projekte im Lehramts- und Politikwissenschaftsstudium der Uni Greifswald.

Partnergemeinde (Ostschweizer Fachhochschule):
Im Studiengang Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung der OST werden jeweils für 2 Semester Partnerschaften mit Städten/Gemeinden eingegangen. In verschiedenen Projektarbeiten und Übungen bearbeiten Studierende reale Fragestellungen in den Gemeinden. 

tu! Hambach (temporäre Universität Hambach) (RWTH Aachen, FH Aachen, Neuland Hambach GmbH):
Jährlich wiederkehrende Veranstaltungsreihe und Begegnungsformat als Lernort an dem unterschiedliche Akteure zusammen kommen und zu Themen des Strukturwandels austauschen und Impulse setzen.  

RURASMUS (RURASMUS-Institut):
Studierende absolvieren ein Praxissemester und leben in einer ländlichen Region/Gemeinde und bearbeiten konkrete Fragestellungen vor Ort (z.B. in Form einer Abschlussarbeit). Ein Verein übernimmt die Organisation und das Matching zwischen Gemeinde und Studierenden. 


 
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Prof. Dr. Peter Dehne
dehne@hs-nb.de
Dipl.-Ing. Johann Kaether 
(Hochschulkoordination Gesellschaftstransfer)
kaether@hs-nb.de

Projektteam:
Maresa Pflanz M.Sc.
mpflanz@hs-nb.de
Laura Göpfert M.Sc. 
göpfert@hs-nb.de
Jan Nissen M.Sc.
nissen@hs-nb.de

https://www.hs-nb.de/unidorf/
https://www.hs-nb.de/institute/institut-fuer-kooperative-regionalentwicklung/
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Fanny

„Ich hatte mich damals für das Unidorf entschieden, aufgrund der Nähe zu meinem Heimatort. Im Studium lagen die meisten Orte, die als Beispiel dienten, in der Mecklenburgischen Seenplatte. Mich hat es einfach gereizt, dass mal eine Stadt in meiner Nähe eine Rolle gespielt hat.
Das UniDorf hat mir einen guten Einblick in die Herausforderungen der Stadt gegeben. Es waren keine abstrakten Projekte, sondern es sollten reale Probleme angegangen werden.
Während des UniDorfes mussten wir unter anderem Anwohner*innen befragen und uns mit dem Bürgermeister und den Stadtvertretern auseinandersetzen. Mir persönlich hat das viel gebracht, weil man auf Fremde zugehen musste. In meinem Beruf habe ich heute täglich mit Behörden, Ämtern, und Privatpersonen zu tun. Im UniDorf habe ich die ersten Erfahrungen gesammelt und konnte einiges mitnehmen. Und noch heute habe ich durch meine Arbeit im Planungsbüro mit dem Bürgermeister der Stadt in gemeinsamen Stadtentwicklungs-Projekten zu tun. Im Rahmen von Terminen hat der Bürgermeister auch Jahre später noch Bezug auf das UniDorf genommen. Das hat mich überrascht und ich fand es faszinierend, dass nach all den Jahren auch der Bürgermeister noch Nutzen daraus zieht und er das, was von den Studierenden erarbeitet wurde, bei neuen Planungen berücksichtigt und eine Umsetzung prüfen lassen möchte. Das heißt, dass was wir im UniDorf gemacht haben, war nicht nur eine Beschäftigung der Studierenden – eine Lehr-Methode, sondern es hatte eine Relevanz. Es wurde von der Stadt und dem Bürgermeister ernst genommen. Da war ich doch etwas sprachlos.
Durch die UniDörfer können also durchaus Kontakte für das spätere Berufsleben geknüpft werden, weil man in Kontakt mit Ämtern, Behörden und auch Bürgermeister*innen oder Stadtvertreter*innen kommt.“
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Alex

„Ich hatte von einigen Kommilitonen über das UniDorf erfahren, die schon vor mir an einem UniDorf teilgenommen haben. Ich habe mich für die Teilnahme entschieden um zum einen ein Modul in einer Woche abzuschließen und vor allem um Einblicke aus der Praxis zu gewinnen. Ich fand es immer schon besser raus zu kommen und nicht nur in der Hochschule zu sitzen. Und natürlich hat es mich gereizt wieder eine Art „Klassenfahrt“ zu haben.
Vor Ort haben wir Methoden der Bürgerbeteiligung erprobt, was rein theoretisch gar nicht vermittelbar ist. Wir haben längere Zeit eine Bestandsaufnahem vor Ort gemacht und fast jedes Viertel erkundet. Mit unserer Sicht von außen haben wir versucht objektiv die Gegebenheiten zu erfassen und Probleme zu identifizieren. Hierfür haben wir auch mit Bürger*innen und dem Bürgermeister geredet. Einprägsam war für mich die abendliche Bürgerbeteiligung, die wir organisiert hatten. Bei der Veranstaltung haben wir unsere Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt und die Besucher konnten in Gruppen selbst Probleme und Wünsche erarbeiten. Das alles lief mit Hilfe von Herrn Dehne, der auch die Moderation übernommen hatte und uns letztendlich gezeigt hatte wie es geht.
In meinem Berufsleben habe ich schon mehrfach sowas ähnliches mitorganisiert und war schon mehrfach moderierend tägig. Dabei denke ich öfter an das UniDorf zurück und vergleiche auch extern moderierte Veranstaltungen, die das professionell in ihrem Portfolio haben, mit meinen Erfahrungen vom UniDorf. Außerdem ist mir ein Satz aus einem Gespräch zwischen Herrn Dehne und dem Bürgermeister hängen geblieben. Der Bürgermeister meinte, dass sie keinen Flächennutzungsplan haben und auch keine Notwendigkeit hierfür sehen. Damals habe ich mir nichts dabei gedacht, aber heute mit meiner Arbeitserfahrung sehe ich Notwendigkeit, auch wenn die Erstellung mit viel Geld verbunden ist.
 Durch das UniDorf habe ich gemerkt, dass durch Studentische Projekte gegebenenfalls auch ein Mehrwert vor Ort geniert werden kann. Diese Erkenntnis nutze ich auch in meinem Beruf. Seither kontaktiere ich auch gerne Hochschulen mit der Bitte bestimmte Themen in meiner Gemeinde zu untersuchen. Das spart uns Geld und gibt Studierenden nützliche, reale und relevante Themen. Jetzt gerade habe ich dadurch meine dritte Abschlussarbeit mitbetreut. Hätte ich die entsprechende Erfahrung in meiner Hochschulzeit nicht gesammelt, weiß ich nicht, ob ich das so fortgeführt hätte.
 Die praktische Erfahrung, die man im UniDorf sammelt und der zeitliche Aspekt sind klasse – Viel und nachhaltig lernen in kurzer Zeit. Ich kann zwar Jahre später nicht mehr alles wiedergeben, aber da ist mehr hängen geblieben als in so manch einem normalen Modul.“
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Kira

„Bei dem internationalen UniDorf fand ich es cool, dass auch Studierende und Dozent*innen aus anderen Ländern dabei waren. Das erlebt man nicht alle Tage. Man kommt mal raus in ein anderes Umfeld und mit anderen Akteur*innen zusammen. Etwas anderes sehen und erleben und voneinander lernen – das halte ich persönlich immer für eine wertvolle Erfahrung.“
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Benjamin

„Das Format UniDorf war mir bevor ich selbst teilgenommen habe, nicht bekannt. Mich persönlich hat die Modulbeschreibung überzeugt, mich für den Kurs anzumelden. Ich selbst habe mich dann aber im nächsten Jahr ein zweites Mal für ein UniDorf eingeschrieben.
 Das Unidorf ist grundsätzlich für alle Semester geeignet, desto eher man aber teilnimmt, desto besser ist es. Durch das UniDorf wird nämlich vor allem Grundlagenwissen vermittelt, von dem man das ganze Studium bis in die Berufswelt profitieren kann. Man „schult“ seinen Blick für die Zusammenhänge in einem Dorf oder einer Kleinstadt, erkennt die Probleme und Missstände und lernt praktikable Lösungen zu finden. Dabei ist das Besondere am Format UniDorf im Vergleich zu anderen Lehrformaten, dass man stets konkret am Beispiel einer Gemeinde arbeitet und auch vor ist, um sich ein eigenes Bild zu machen und die Zusammenhänge besser verstehen zu können. Im Verlaufe des Moduls erstellt man eigene Konzepte, Pläne und Vorschläge und präsentiert sie den lokalen Akteuren, wodurch man den Eindruck hat: Ich bewirke etwas.“
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UniDorf Ducherow

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UniDorf Krien

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UniDorf Userin

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